• Home
  • Informationen
  • Ausbildung
  • zum Rettungshund

zum Rettungshund

"Ich will ein Rettungshund werden."

Der Rettungshund, dazu ausgebildet, Menschen in unübersichtlichem Gelände oder unter Trümmern aufzuspüren, ist ein hochqualifizierter Spezialhund. Die Auszeichnung als Rettungshund ist ein Ziel, dass sehr hoch gesteckt ist und das nicht alle Hunde erreichen werden.

Diese Gewissheit soll keineswegs abschreckend wirken. Doch wir müssen uns vor Augen halten, dass wir uns ein Ausbildungsziel gesetzt haben, dass nicht mal so eben zu erreichen ist. Es verlangt sehr viel, nicht nur von unserem Hund, sondern vor allem von uns, dem Hundeführer.

Wenn man einen bereits ausgebildeten Suchhund bei der Arbeit beobachtet, erscheint uns seine Aufgabe als sehr leicht. Alles erscheint einfach und natürlich zu sein. Doch dieses resultiert nur aus der Tatsache, dass der Hund bei seiner Arbeit viele seiner natürlichen Triebe und Instinkte ausleben darf. Er liebt es, auf Jagd zu gehen, sei es nun um zu spielen oder ein Leckerle zu bekommen. Hinzu kommt, dass man ihm das Gefühl vermittelt, endlich wieder suchen zu dürfen und nicht schon wieder suchen zu müssen. Am Ziel der Ausbildung ist der Rettungshund in der Lage, Menschenleben zu retten. Dieser Umstand ist es, der den langen Ausbildungsweg lohnenswert macht, wobei natürlich der Spaß an der Arbeit mit dem Hund nicht zu kurz kommt.

Die Einsicht, dass der Rettungshund ein hochqualifizierter Spezialhund ist, bedingt auch einen völlig anderen Umgang mit dem eigenen Hund. Der Hundeführer muss sich bewusst sein, dass der zukünftige Rettungshund kein vermenschlichter Kinderersatz ist.

Deshalb muss man bereit sein, ständig hinzu zu lernen, denn im Normalfall sind wir genauso gewöhnliche Hundebesitzer, wie unsere Hunde auch nur gewöhnliche Vierbeiner sind. Wir werden erst nach und nach zu Spezialisten.

Einige Anmerkungen zur Ausbildung

Wichtig ist zum einen der Grundsatz, dass man sich und dem Hund den langen Ausbildungsweg in viele kleine Etappen zerlegt. Im Vordergrund steht, dass man das Ziel erreicht, nicht wann! Der größte Fehler bei der Ausbildung ist die Überforderung des Hundes. Der Grund dafür ist immer der Hundeführer mit falsch interpretiertem Ehrgeiz. Der Hund selber kennt diesen nicht.

Man kann und darf den Leistungsstand seines Hundes niemals an dem eines anderen Hundes messen. Jeder Vierbeiner ist so individuell wie er nur sein kann und braucht dementsprechend eine individuelle Ausbildung. Er lernt manches schneller und manches langsamer als seine Kollegen und befindet sich auf seiner eigenen Ausbildungsstufe.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Ausbildung ist es, dass man immer wieder versuchen muss, sich in den Hund hineinzuversetzen und im Umgang mit ihm sensibler zu werden. Dabei müssen wir beachten, dass manches, was uns als Kleinigkeit erscheinen mag, für den Hund eine schwere Aufgabe darstellt. Kardinalfehler hier sind scheinbar leichte Übungen, die privat, schlimmstenfalls mit ungeeigneten Fremdpersonen, trainiert werden. Schon mancher brave Hund wurde auf diese Art und Weise für die Rettungshundearbeit untauglich gemacht.

Hier gilt der Grundsatz, die Anforderungen in der Ausbildung, gesteuert durch erfahrene Ausbilder, langsam und gefühlvoll immer höher anzusetzen. Wenn wir den Hund für sein richtiges Verhalten ausgiebig loben können, hat er aus einer Übung viel gelernt. Wir müssen uns in ihn hineinversetzen und sensibel sein, damit wir ihn nicht überfordern. Wir dürfen uns und ihn nicht unter Leistungsdruck setzen, denn der würde nur hemmend wirken und uns den Spaß an der Arbeit nehmen. Nehmen wir uns allerdings Zeit und Ruhe für kleine Schritte, haben wir mit unserem Hund Erfolgserlebnisse, und er genießt es, mit uns zusammen zu arbeiten.

In der Regel steht nur der Mensch einer erfolgreichen Ausbildung zum Rettungshund im Weg.

Ablauf der Ausbildung

Der Übungsbetrieb findet zweimal pro Woche statt und umfaßt ca. 5-7 Stunden. Nach spätestens einem halben Jahr wird der Hund einem Eignungstest unterzogen, um festzustellen, inwieweit sich der Hund wirklich zum Rettungshund eignet.

Folgende Anforderungen werden dabei getestet:

  • Beute- und Spieltrieb
  • Bindung zwischen Hund und seinem Hundeführer
  • Interesse an Anzeigeübungen
  • Verhalten gegen Fremde
  • Verträglichkeit mit anderen Hunden
  • Verhalten bei akustischen Einflüssen
  • Verhalten in ungewohnten Situationen (torkelnde Menschen, Feuer etc.)
  • Verhalten bei Geräteübungen
  • Verhalten bei Begehung von unangenehmen Untergründen

Ziel des Eignungstest ist es, daß ein sicheres, unerschrockenes und interessiertes Verhalten des Hundes zu erkennen ist. Hunde, die ein solches Verhalten in mehreren Punkten nicht zeigen, werden nicht weiter zum Rettungshund ausgebildet. Die Dauer der Ausbildung beträgt ca. 2 Jahre. Nach dieser Zeit legt der Hundeführer mit seinem Hund die Rettungshundeprüfung ab. Die Prüfung muß alle 18 Monate wiederholt werden.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Infos...